Fortbildung ist als selbstverständlicher Bestandteil psychotherapeutischer Berufsausübung zu sehen und definiert sich als eine Interaktion zwischen Psychotherapeut*innen als Lernenden, der sich ständig weiterentwickelnden wissenschaftlichen Erkenntnis, dem Berufs- und Praxisumfeld und ganz allgemein den Einflüssen der Gesundheitspolitik. (Auszug: Fortbildungsrichtlinie des BMGF)

Fortbildungsrichtlinie des BMG 2026

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Lecture: Neuerungen in der ICD 11 Klassifikation

Dienstag, 17.11.2026, 18.30-20.30 Uhr

Die Klassifikation psychischer Störungen ist ein fortlaufender Prozess, der sich an wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen orientiert. Nach der 1992 eingeführten ICD-10-Klassifikation (International Classification of Diseases, WHO) trat am 1. Jänner 2022 die ICD-11-Klassifikation in Kraft und soll nach einer Übergangsfrist die ICD-10 ablösen.

Insgesamt ist eine starke Annäherung an das DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) der American Psychiatric Association (APA, 2013) festzustellen. Dies ist insofern relevant, da in der internationalen Forschung mehrheitlich das DSM verwendet wird, aber in der Praxis bzw. zur Beantragung an die Krankenkassen die Kriterien der ICD notwendig sind, was zu einer Inkongruenz zwischen Forschung und Praxis beiträgt.

Die neue ICD-11 ist ein an das digitale Zeitalter angepasstes Klassifikationssystem. Es gibt keine F-Codes mehr, sondern numerische Codes. Eine wesentliche inhaltliche Änderung ist der Lebensspannenansatz. Damit verbunden ist die Streichung der F9-Kategorie „Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend“. In der Folge wurden Diagnosen der F9-Kategorie in andere Kategorien verschoben.

Es gibt Veränderungen bei der Diagnose von psychischen Störungen, wie z.B. bei ADHS, Störungen des Sozialverhaltens, Lernstörungen und Autismus-Spektrum-Störungen. Erstmals wird Burn-out als arbeitsbedingte Erkrankung in Folge von chronischem Arbeitsstress in der ICD-11 definiert.

Die ICD-11 führt außerdem einen Paradigmenwechsel in der Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen ein, indem sie von einem kategorialen zu einem dimensionalen System übergeht.

Im Vortrag wird auf die wichtigsten Neuerungen und ihre klinische Relevanz in der ICD-11 eingegangen.

Dr.in med.-univ. Nora Neuwirth:

Dr.in med.-univ. Nora Neuwirth, Assistenzärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Klinik Hietzing
Personzentrierte Psychotherapeutin mit Weiterbildung in Kinder- und Jugendlichen Psychotherapie in eigener Praxis seit 2012 tätig. 
Kinderschutzbeauftragte des Zentrums für Musikvermittlung

www.psychotherapie-neuwirth.at

Ort: FORUM-Zentrum, 1030 Wien, Reisnerstraße 20/4/17 oder Online-Teilnahme via Zoom

Kosten: für FORUM-Mitglieder kostenlos, für Nicht-Mitglieder € 45,-; Überweisung bitte an: Forum Personzentrierte Psychotherap; IBAN: AT87 2011 1856 3614 4600; Zahlungsreferenz: Fortbildung Datum. + eigener Nachname

Anrechenbarkeit: 2,5 Stunden Fortbildung gemäß der Fortbildungsrichtlinie des zuständigen Bundesministeriums

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